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Medienbericht zur reformierten Kirchensynode vom 23. September 2008

[23.09.2008 22:07:18] Kirchensynode lanciert Schöpfungszeit

Die reformierte Kirchensynode hat an ihrer dritten Versammlung zur neuen Kirchenordnung der Einführung einer Schöpfungszeit zugestimmt. Im Weiteren debattierte das Kirchenparlament über die Verantwortlichkeiten in den Bereichen Diakonie und Seelsorge.

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kid. Die Kirchensynode bestätigte an ihrer dritten Versammlung die Aufnahme einer Schöpfungszeit in die Kirchenordnung. Die Schöpfungszeit liegt im September, die Friedenszeit im November. Mehrere Synodale betonten zwar, die dahinterstehenden Anliegen seien das ganze Jahr hindurch zu beachten. Ohne das zu bestreiten, gab die Mehrheit der Synode jedoch der Festsetzung besonderer Zeiten den Vorzug.

Zur Einführung einer Schöpfungszeit lag auch ein im Mai 2008 überwiesenes Postulat von Roland Peter, Winterthur, vor. Ausgangspunkt des Vorstosses war das durch die ökologische Situation gewachsene Bewusstsein, dass das Bekenntnis zur Schöpfung von entscheidender Bedeutung sei für die Zukunft der Erde. Eine neue Praxis der Schöpfungsspiritualität könne die Verantwortung dafür stärken.

Die Einführung einer Schöpfungszeit geht auf eine ökumenische Bewegung der europäischen Kirchen zurück. 2001 haben die Schweizer Kirchen die Charta Oecumenica unterzeichnet, in der das Anliegen berücksichtigt ist. Die Zürcher Landeskirche ist die erste in der Schweiz, welche die Schöpfungszeit nun in ihrer Kirchenordnung festschreibt.

Wer verantwortet Diakonie und Seelsorge?

Im weiteren Verlauf der Synode-Versammlung wurde dann vornehmlich um Verantwortlichkeiten gerungen. Soll die Diakonie, das soziale Handeln der Kirche, primär in der Verantwortung der Sozial-Diakoninnen und Sozial-Diakone liegen, oder sollen auch die Pfarrerinnen und Pfarrer darauf verpflichtet werden? In der Debatte wurde betont, dass es bei dieser Frage nicht darum gehe, dass nicht auch Pfarrpersonen diakonisch tätig sein dürften, aber es gehe um die Zuweisung der Diakonie in die Fach- und Berufskompetenz der Sozial-Diakoninnen und -Diakone. Die Synode stimmte dem mit leichtem Mehr zu.

In die gleiche Richtung ging anschliessend die Frage, wer über die Fachkompetenz hinaus strategisch für die Diakonie verantwortlich sei, ob die Kirchgemeinden oder die Kirchensynode. In der Diskussion wurde bedauert, dass das lange angekündigte Diakonie-Konzept des Kirchenrates noch nicht greifbar sei, weil solche Fragen dort geklärt werden müssten. Am Ende wurde beschlossen, dass Kirchenrat und vorberatende Teilkommission sich nochmals zusammensetzen, um die Frage der strategischen Verantwortung für die Diakonie zu klären.

Folgerichtig diskutierten die Mitglieder der Kirchensynode dann auch bei der Seelsorge, wie die Verantwortlichkeiten zu setzen sind. Dass die Seelsorge grundsätzlich ins Aufgabenfeld der Pfarrerinnen und Pfarrer gehört, wurde dabei von keiner Seite bestritten. Ebenso wenig wurde in Zweifel gezogen, dass auch Sozial-Diakoninnen und Sozial-Diakone in diesem Bereich unterstützend mitwirken können. Die Synodalen verwarfen aber einen Vorschlag der vorberatenden Kommission, dies in die Kirchenordnung aufzunehmen.

Die Trauung findet in der Kirche statt

Schliesslich war auch der Ort der kirchlichen Trauung ein Thema. Kirchlich heiraten ist wieder im Trend. Immer häufiger möchten Paare dazu aber nicht die Kirche nutzen, sondern den Ort der Trauung selber bestimmen. Um der Bedeutung und Würde eines Traugottesdienstes Rechnung zu tragen und ihn nicht zum Event verkommen zu lassen, hielt die Kirchensynode jedoch an der Bestimmung fest, dass die Trauung in der Kirche stattfindet. Sie lehnte den Antrag der "Liberalen Fraktion" ab, die Formulierung "in der Regel" einzufügen. Ausnahmen sollen mit Zustimmung des Pfarrers bzw. der Pfarrerin aber auch in Zukunft möglich sein.

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Nicolas Mori
Leiter Kommunikation

Reformierte Landeskirche Zürich
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8001 Zürich
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