:: Kurse
:: Events
 ::
 ::


Kirchenrat lehnt Minarett-Initiative ab

[21.10.2009 10:05:00] Kirchenrat lehnt Minarett-Initiative ab

kid. Am 29. November kommt die Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten» zur Abstimmung. Der Kirchenrat der reformierten Zürcher Landeskirche schliesst sich der Stellungnahme des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK an und lehnt die Initiative für ein pauschales Minarett-Verbot ebenfalls ab.

Der Kirchenrat setzt sich ein für das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Religionen. Eine Annahme der Minarett-Initiative würde dieses Zusammenleben belasten, weil sie ausgrenzt statt integriert. Ein generelles Minarettverbot wäre eine willkürliche Benachteiligung einer einzigen Religionsgemeinschaft.

Die Ängste und Anfragen der Bevölkerung im Bezug auf den Islam sind ernst zu nehmen. Ein Minarettverbot löst jedoch keine Probleme, sondern führt vielmehr zu einer Polarisierung in der Gesellschaft. Der allfällige Bau von Minaretten ist - wie bei allen öffentlichen Bauten - im Rahmen des Baurechts zu regeln.

Die Initiative bildet einen untauglichen Versuch, den Herausforderungen einer pluralistischen Gesellschaft zu begegnen. Wer selber auf festem Grund steht, hat keine Angst, dem Fremden zu begegnen. Dies geschieht im Dialog, der zu Respekt vor dem Gegenüber führt. In einem Rahmen, der von wechselseitiger Achtung geprägt ist, können auch Differenzen und Konflikte besprochen werden. In den letzten Jahren wurden in dieser Hinsicht verschiedene Instrumente geschaffen, im Kanton Zürich beispielsweise der «Interreligiöse Runde Tisch».

Menschenrechte und Religionsfreiheit gelten in vielen Ländern wenig. Auch Christinnen und Christen werden in zahlreichen muslimischen Ländern benachteiligt oder gar verfolgt. Die Zürcher Landeskirche setzt sich darum in den kommenden Jahren verstärkt für bedrängte Christen im Ausland ein, insbesondere im Irak.

Nach Ansicht des Kirchenrates darf das Unrecht, das in verschiedenen islamischen Ländern herrscht, nicht dazu verleiten, die hier lebenden Muslime für diese Zustände verantwortlich zu machen. Die Schweizer Muslime dürfen gesetzgeberisch nicht benachteiligt werden. Der Kirchenrat verwahrt sich gegen die Diskriminierung einzelner Religionsgemeinschaften und setzt sich im In- und Ausland für eine Kultur des gegenseitigen Respekts und der Toleranz ein.

Das Argumentarium des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes zur Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten» kann heruntergeladen werden unter www.sek.ch.

 


Alle Einführungsangebote - Grundkurs und Ressorts - für neugewählte Mitglieder von Kirchenpflegen. Mehr...mehr
Stoppt den unfairen Handel
Bis Ostern läuft die ökumenische Kampagne von Brot für alle und Fastenopfer mit einem aktuellen Thema. Am 13. März findet der Rosenverkauf statt. Mehr...mehr
© 2010 |  Letzte Änderung an dieser Seite: 21.10.2009 10:05:00 |  Seitenbau mit 100% Open Source: Python | Zope | ZMS
Datenschutz: Zur Optimierung dieser Website benutzen wir den Service von Google Analytics